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PVC

von Wolfgang Loester - Montag, 24. Juli 2017, 09:18
 

Polyvinylchlorid (Kurzzeichen PVC) ist ein thermoplastisches Polymer, das durch Kettenpolymerisation aus dem Monomer Vinylchlorid hergestellt wird. PVC ist nach Polyethylen und Polypropylen das drittwichtigste Polymer für Kunststoffe. (Quelle: Wikipedia)

Man unterscheidet Hart-PVC und Weich-PVC. Für die R+S-Technik ist vor allem Hart-PVC interessant. Es wird für die Herstellung von Rollladen- und Fensterprofilen verwendet. Auch die legendäre "Vinylplatte" (Schallplatten) ist aus Hart-PVC. Im Gegensatz zu Hart-PVC enthält Weich-PVC Weichmacher, um es elastisch zu machen. Wir kennen es von Kabelummantelungen und Bodenbelägen.

Das internationale Kurzzeichen für Hart-PVC ist PVC-U (U für englisch 'unplasticized' - auch uPVC). Weich-PVC hat das Kurzzeichen PVC-P (P für engl. plasticized) "Weich-PVC enthält bis zu 40 Prozent Weichmacher; Hart-PVC enthält grundsätzlich keinen Weichmacher." (Wikpedia) (Eine Definition für die Bezeichnung PVC-UE habe ich bislang noch nicht gefunden.)

Weichmachern setzt man dem PVC-P zu um es weich und nachgiebig zu machen. Siehe PVC-Kabelummantelung. Typische Weichmacher sind vor allem Phthalsäureester und seltener Chlorparaffine, Adipinsäureester und Phosphorsäureester. Die Weichmacher lagern sich zwischen die Molekülketten des PVC ein und lockern dadurch das Gefüge. Die Weichmacher sind aber nicht dauerhaft eingelagert. Vor allem unter UV-Einfluss verlieren sie ihre Wirkung. Einer der Gründe, warum Rollladen und Fensterprofile weichmacherfrei sein müssen, weil sie üblicherweise permanenter UV Strahlung durch das Sonnenlicht ausgesetzt sind.

PVC ist ein typisches Thermoplast. Das heisst es kann durch Wärme immer wieder umgeformt werden. Die Temperaturen dabei sind 160°C bis 200°C. Bei 260°C lässt sich PVC schweißen, was bei der Eckverbindung bei Klappladenflügeln und Fensterrahmen angewendet wird.

Da PVC an sich spröde ist, werden die Eigenschaften durch Aditive verbessert. In erster Linie werden Stabilisatoren und Additive zur Verbesserung der Schlagzähigkeit eingesetzt. Aber auch Temperatur-, Licht- und Wetterbeständigkeit sowie die Zähigkeit, Elastizität und die Kerbschlagzähigkeit lassen sich positive beeinflussen.

PVC-U lässt sich relativ unproblematisch entsorgen. Im Gegensatz zu PVC-E, das die teils giftigen Weichmacher abgeben kann, ist PVC-U weitestgehend in der Umwelt ungiftig. Deponierung ist allerdings eine Vergeudung von Rohstoffen. PVC lässt sich als Thermoplast sehr gut recyclen (downcyclen). Thermische Verwertung ist möglich, allerdings ist der Brennwert relativ gering. Bei der Verbrennung von PVC wird Chlorwasserstoff an die Luft abgegeben. Daraus kann zusammen mit Wasser Salzsäure entstehen. Auch Additive, vor allem solche, die bleihaltig sind, können bei der Verbrennung giftig Stoffe ergeben, weshalb aufwändige Filtertechnik erforderlich ist. PVC darf nicht einfach in einen Ofen geworfen werden!

Die Anforderungen an PVC-U sind in der DIN EN 13245-2:2010-11: Kunststoffe - Profile aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC-U) für die Anwendung im Bauwesen - Teil 2: Profile aus PVC-U und Profile aus PVC-UE für (...) Außenanwendungen; Deutsche Fassung EN 13245-2:2008 + AC:2009 beschrieben, auf die auch in der Norm DIN EN 13659 für äußere Abschlüsse Bezug genommen wird.

(me. W. Löster)

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